@orlovskyconsulting
Das Thema Growzelt ist tatsächlich deutlich komplexer, als viele am Anfang denken
Man sieht online überall irgendwelche „vollautomatischen High-End-Growboxen“ für mehrere tausend Euro und gleichzeitig komplette Billigsets für 150 €, bei denen man sich fragt, ob die Lüftung überhaupt länger als zwei Wochen überlebt.
Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen. Für Anfänger ist meiner Meinung nach erstmal wichtig zu verstehen, dass ein Grow nicht automatisch besser wird, nur weil alles maximal automatisiert ist. Viele starten direkt mit Sensoren, automatischer Bewässerung, Osmoseanlagen, Klimaautomatisierung und App-Steuerung und verstehen am Ende die Grundlagen der Pflanze gar nicht richtig 
Viel wichtiger ist erstmal ein solides Grundsetup: vernünftige Lampe, ordentliche Abluft, stabiles Klima und ein halbwegs passendes Zelt. Gerade beim Zelt selbst muss es am Anfang auch nicht das teuerste Modell sein, aber komplett billigen Amazon-NoName-Kram würde ich ebenfalls nicht unbedingt empfehlen.
Persönlich kann ich die Zelte von Spiderfarmer empfehlen. Die sind robust, vernünftig verarbeitet und halten auch wirklich etwas aus. Gerade Reißverschlüsse, Gestänge und die allgemeine Verarbeitung merkt man oft erst nach einiger Zeit. Viele günstige Zelte wirken am Anfang okay und nach ein paar Monaten hängt plötzlich irgendwo die Stange schief oder der Reißverschluss verabschiedet sich 
Was viele außerdem unterschätzen, ist der Stromverbrauch. Der kommt nämlich nicht nur von der Lampe. Viele rechnen:
„Die Lampe hat 150 Watt, wird schon nicht so schlimm sein.“
Ja… dazu kommen aber noch Abluft, Umluftventilatoren, Netzteile und eventuell Luftbefeuchter oder Heizungen. Ich selbst betreibe beispielsweise ein komplettes Spiderfarmer-Setup mit Lampe, Lüftung und Ventilatoren und liege grob bei ungefähr 300 Watt Gesamtverbrauch während der Beleuchtungszeit.
Bei 18 Stunden Licht pro Tag kommt da schon etwas zusammen:
0,3 kW × 18 Stunden = ungefähr 5,4 kWh täglich.
Auf den Monat gerechnet landet man damit grob bei etwa 160 kWh Stromverbrauch. Je nach Strompreis sind das schnell irgendwo zwischen 45 und 100 € monatlich. In der Blüte wird es durch die 12 Stunden Lichtzeit dann wieder etwas weniger.
Deshalb sollte man sich vorher ehrlich fragen, ob man wirklich dauerhaft indoor growen möchte oder nur mal ausprobieren will. Indoor ist zwar extrem kontrollierbar, aber eben auch technisch, wartungsintensiv und am Ende ein richtiges Hobby 
Osmoseanlagen gibt es natürlich ebenfalls. Die werden interessant, wenn man extrem hartes Wasser hat oder maximale Kontrolle über die Wasserwerte möchte. Für Anfänger ist das meiner Meinung nach aber meistens erstmal unnötig. Viele machen sich am Anfang viel zu viele Gedanken über High-End-Technik, obwohl sie erstmal lernen sollten, wie man richtig gießt, Klima stabil hält und die Pflanze überhaupt lesen lernt.
Und genau da passiert oft das Lustige:
Manche bauen mit einem simplen 80x80-Zelt und vernünftiger Basis bessere Pflanzen an als Leute mit 4000 € Technikraum 
Weil Erfahrung, Konstanz und Pflanzenverständnis am Ende deutlich wichtiger sind als irgendwelche High-End-Spielereien.