Ich plane seit einigen Wochen den Umzug meines Growrooms vom Dachgeschoss in den Keller. Statt einzelnen Zelten kam mir die Idee in den Sinn, einen eigenen Raum zu bauen und mit einer Reflektionsfolie auszustatten - sozusagen eine eigene Growbox. Das käme insbesondere bei der recht niedrigen Deckenhöhe zu Gute, da ich noch einige Zentimeter an Höhe raushauen könnte, gegenüber einer 180cm Growbox. In vielen Growboxen ist eine “Diamantfolie” verbaut, während Homebox auf eine weiße Folie setzt. Gibt es gravierende Unterschiede und hat jemand Erfahrungen mit beiden Folien gemacht?
Weiße Flächen beziehungsweise weiße Folien reflektieren tatsächlich oft besser und vor allem gleichmäßiger als diese klassischen „Diamant“- oder Mylar-Strukturen
Das klingt erstmal komisch, weil die silbernen Folien immer ultra hightech aussehen
Das Problem ist aber:
Diese stark spiegelnden Oberflächen erzeugen teilweise sogenannte Hotspots oder reflektieren Licht eher gerichtet statt gleichmäßig diffus.
Weiße matte Oberflächen streuen das Licht dagegen deutlich homogener im Raum. Genau deshalb setzen z. B. Homebox und auch viele professionelle Growräume eher auf weiße Beschichtungen statt auf extreme Spiegeloptik.
Dazu kommt:
Weiße Wände/Folien haben oft noch weitere Vorteile:
angenehmer für die Augen
weniger Hotspots
gleichmäßigere Lichtverteilung
Kratzer fallen weniger auf
einfacher sauber zu halten
Die Unterschiede sind jetzt allerdings auch nicht:
„Mit Diamantfolie erntest du 100 g weniger“
Beides funktioniert grundsätzlich gut. Ich persönlich würde für einen kompletten Raum heutzutage aber wahrscheinlich ebenfalls eher weiß bevorzugen.
Gerade bei deinem Vorhaben mit eigener Raumlösung im Keller klingt das ehrlich gesagt sowieso deutlich sinnvoller als mehrere kleine Zelte
Mehr Höhe, flexibler, bessere Luftführung und man kann vieles deutlich sauberer lösen.
Beide Folien erfüllen im Growbereich denselben Hauptzweck: Sie kleiden die Wände aus, um das Licht der Lampen optimal zu nutzen und Hotspots (punktuelle Hitze- und Lichtkonzentrationen, die Pflanzen verbrennen können) zu vermeiden.
Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in Materialstruktur, Reflexionsgrad, Handhabung und Preis.
Die Unterschiede im direkten Vergleich
1. Diamantfolie (Diamond Foil / Mylar)
Der Name kommt von der geprägten, diamantartigen Oberflächenstruktur (Waben- oder Rautenmuster), die auf eine silberne Mylar-Schicht aufgebracht ist.
Reflexion: Sehr hoch (ca. 95% bis 97%). Durch die Diamant-Struktur wird das auftreffende Licht nicht stumpf gespiegelt, sondern extrem gleichmäßig im Raum gestreut. Das minimiert das Risiko von Hotspots fast vollständig.
Material & Stärke: Meist dünner als Pandafolie, dafür oft reißfest durch mehrlagige Beschichtung (oft mit Aluminium oder PE-Kern). Hochwertige Varianten haben eine lichtdichte, schwarze Rückseite.
Vorteile: Maximale Lichtausbeute, perfekte Streuung, oft sehr infrarot-reflektierend (schützt etwas vor Wärmesignaturen von außen).
Nachteile: Teurer in der Anschaffung, knittert leichter. Wenn sie einmal stark zerknittert ist, lässt sie sich schwer reinigen und verliert an Effizienz.
2. Pandafolie (Schwarz-Weiß-Folie)
Ihren Namen verdankt sie der Optik: Eine Seite ist reinweiß, die andere tiefschwarz. Die weiße Seite zeigt nach innen zu den Pflanzen, die schwarze Seite nach außen zur Wand.
Reflexion: Gut (ca. 85% bis 90%). Die glatte, matte weiße Oberfläche reflektiert das Licht diffus.
Material & Stärke: Besteht aus robustem Polyethylen (PE). Sie ist meist spürbar dicker, schwerer und “gummiartiger” als Mylar-Folien.
Vorteile: Absolut 100% lichtdicht (die schwarze Schicht lässt kein Licht rein oder raus), extrem robust, reißfest und sehr leicht abwaschbar bzw. desinfizierbar. Zudem ist sie die deutlich günstigere Budget-Lösung.
Nachteile: Etwas geringerer Reflexionsgrad als Diamantfolie. Da die Oberfläche glatt ist, muss sie absolut sauber und glatt gespannt werden, um Hotspots zu vermeiden.
Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick
| Eigenschaft | Diamantfolie | Pandafolie |
| :— | :— | :— | | Reflexionsgrad | Sehr hoch (~95-97%) | Hoch (~85-90%) | | Lichtstreuung | Exzellent (durch Wabenstruktur) | Gut (durch matte Oberfläche) | | Lichtdichtigkeit | Variiert (nur bei Premium mit Schwarz-Backing) | Immer 100% lichtdicht | | Robustheit & Reinigung | Empfindlicher gegen Knicke, schwerer zu wischen | Sehr robust, abwaschbar, wiederverwendbar | | Preisniveau | Gehoben | Günstig (Meterware) |
> Wichtig bei der Montage: Egal welche Folie es wird – sie muss so glatt wie möglich an der Wand anliegen. Falten oder Beulen werfen das Licht unkontrolliert zurück und mindern die Effizienz deines Leuchtmittels. >
Erfahrung habe ich keine, aber ich hätte vermutlich auch weiß gestrichen.
Gerade im Keller fände ich es sus, den Wänden die Wände mit einer Folie zu betackern, wenn da was hinter schimmelt hat bekommt man das erst bei Geruch mit und hat dabb etwas länger damit gut.
Und ein silber reflektierender Raum muss, anders als eine weiß gestrichene Wand, beim Umzug oder einer anderen Nutzung vermutlich wieder zurückgebaut werden
Ein Kollege hat sich mal eine Growbox aus Holz selbst gebaut (er ist Tischler und hatte mega Spass dabei) und ich habe dann die Innenseiten mit weissem, glänzendem Lack lackiert.
2 sorgfältige Durchgänge, mehrfach pro Durchgang lackiert und die Oberfläche sah aus wie Glas.